Novembergedanken

Am liebsten hätte ich schon Anfang Oktober angefangen Guzle zu backen, die Weihnachtsdekoration herausholen und mich selbst mit einem Vor-Adventskalender zu beschenken. Einfach um die dunklen Tage so schnell wie möglich hinter mich zu bringen und mit viel Klimbim zu überdecken.

Doch Daniela Albert von elternseinfamilieleben hatte vor ein paar Jahren die Challenge „bewusst novembern“ ins Leben gerufen. Dabei ging es darum den November ganz bewusst mit all seinen grau trüben Tagen stehen zu lassen, ohne gleich in die Voradventszeit zu hüpfen.

Was als nettes Experiment angefangen hat holt mich jedes Jahr aufs Neue ab. Schon im September graut es mir vor dem dunklen kalten Herbst. Von seiner Schwere und Dunkelheit, die mich immer wieder aufs Neue einholt und meine Seele dünnhäutig werden lässt.

Doch jedes Jahr erfahre ich, dass es gerade diese Tage sind, die in ihrer Dunkelheit und mit ihren schweren Feiertagen einen großen Schatz mit sich bringen.  

Kurz vor St.Martin, wenn meine Hoffnungslosigkeit seinen Tiefpunkt erreicht hat, zünden wir kleine Lichter an und laufen mit ihnen durch die Straßen. Und mit den Laternen läuft auch die leise Gewissheit: egal wie Dunkel es um mich herum ist, denn Licht kommt- mag es auch noch so klein sein- muss sie gehen.

Ich schaue am Buß- und Bettag mein Leben an und merke, dass so vieles was sich in meine Gedanken und Gewohnheiten geschlichen hat so ganz und garnicht dem Leben entspricht, das Jesus für mich hat. Und statt zu verzweifeln darf ich umkehren, mein Leben ändern und mich verändern lassen.

Und dann am Totensonntag, der stimmungsmäßig den absoluten Tiefpunkt darstellt darstellen könnte, da erinnere ich mich an seinen eigentlichen Namen: Ewigkeitssonntag! Und dann wird Sterben zum „Heimgehen“. Und neben das Schwere mischt sich die Hoffnung.

Ja, jedes Jahr fürchte ich mich vor den dunkeltrüben Herbsttagen. So wie ich mich auch vor allem Dunklen und Schweren in meinem Leben fürchte. Aber gerade in diesen Tagen lerne ich jedes Jahr ein winzig kleines Stückchen mehr dem Schweren nicht ausweichen zu müssen. Auch darin Jesus zu finden.

Und wahrscheinlich braucht es noch sehr, sehr viele grautrübe Novembertage bis ich das zumindest ansatzweise gelernt habe. Wie gut, dass ich nicht alleine unterwegs bin!

Und ihr habt es sicher schon gemerkt, bevor wir in den Advent startet, wollte ich noch so gerne ein paar Herbstgedanken zu Ende bringen. Entschuldigt die kleine Beitragsflut. Aber oft ist mein Kalender schneller als meine Gedanken.

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