Krippe und Kreuz

Ich sitze an meinem Schreibtisch. Zugegebener Maßen etwas frustriert. Predigtvorbereitung für Sonntag. Vor mir: Johannes 18, ein Ostertext. Jesus wird verhaftet und nur wenige Verse weiter gekreuzigt.

Super.

Ich will über Weihnachten predigen! Über die Hirten und die Weisen, über Gott, der zu uns kommt. „Fürchte dich nicht! Friede sei mit dir!“ Und während ich mich durch den Text kämpfe, merke ich, dass das gar nicht so abwegig ist.

Die Krippe und das Kreuz.

Sie sind sich so viel näher, als wir denken.
Sie beide erzählen von einer Welt, die Gott ablehnt.
Die sagt: „Geh weg! Wir haben keinen Platz! Alles schon belegt!“
Eine Welt, die ihm die Türe vor der Nase zuknallt und Nägel durch seine Hände schlägt.

Und von einem Gott, der das DENNOCH wählt.
Dennoch zu kommen. In einen Stall.

Sie erzählen, dass Weihnachten nicht so idyllisch und romantisch ist, wie wir oft tun. Sondern im Gegenteil: demütigend.
Sie erzählen von einem Gott, der Mensch wird.
Abhängig. Bedürftig. Angewiesen.
Und eben auch abgewiesen.

Von einem Gott, dem es nicht egal ist, abgewiesen zu werden.
Dem Ablehnung weh tut.
Der weint.
Der Angst hat.
Und DENNOCH kommt.

Die Krippe und das Kreuz.
Sie sind sich so viel näher, als wir denken.
Sie beide erzählen von einer Welt, die Gott ablehnt.
Und einem Gott, der das DENNOCH wählt.

Auch wenn du mich verrätst.
Auch wenn du mich ablehnst.
Auch wenn du mich nicht verstehst.
DENNOCH werde ich kommen.

Um dich zu suchen,
zu finden
und zu retten.
Egal, wie viel es kostet.

Advent – Ach Jesus, wie warten auf ein Kommen.
Auf dein DENNOCH für diese Welt und dein DENNOCH für mich.

Ein Gedanke zu: Krippe und Kreuz

  1. Oh wow. Danke für diese tief berührende Gedanken, liebe Anne! Wie froh und wie dankbar bin ich für Gottes DENNOCH. Damals wie heute. (und ich freue mich schon sehr auf deine Predigt!!!). Schick dir liebste Grüße!

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