WegGespräche – Gottesdienst für alle

Ich träume von Gottesdiensten, die alle Generationen miteinander feiern.

Keine Familiengottesdienste, die doch irgendwie Kindergottesdienste sind. Und auch keine Erwachsenengottesdienste, bei denen die Kinder geduldet werden und möglichst still dabei sitzen sollen. Und auch keine getrennten Gottesdienste, bei denen jeder sein eigenes Programm hat.

Sondern Gottesdienste, die wir alle zusammen feiern.  

Um mich nicht falsch zu verstehen: ich liebe den Kindergottesdienst unserer Jungs. Er ist kreativ, liebevoll gestaltet und manchmal auch ein bisschen wild. Aber es gibt immer mal wieder kleine gemeinsame Gottesdienst-Momente, die mein Herz ein bisschen schneller schlagen lassen.

Ein Wohnzimmergottesdienst, bei dem die Erwachsenen Lobpreis machen und die Kinder währenddessen durch die Gegend flitzen und Kuchen klauen. Wo die älteren von ihnen ab und zu verstohlen stehen bleiben und sehen, wie ihre Papas vor Jesus auf die Knie gehen.

Ich erinnere mich daran, als wir auf Gemeindesuche waren und bei einem Kinderlied die gesamte Gemeinde aufgestanden ist und laut mitgesungen hat und Erwachsene und Kinder zusammen Jesus gefeiert haben. Das war einer der Momente, in dem wir beschlossen haben: hier wollen wir bleiben, da wollen wir dazugehören!

Zu Besuch bei Freunden gab es einen Moment, in dem mein Großer seinen Patenonkel im Lobpreisteam ein Lied spielen hören hat und wir seitdem dieses Lied wieder und immer wieder singen.

Und ich erinnere mich an Hauskreisabende meiner Eltern, als ich ganz klein war, bei denen mal nur eine Person kam und wir ausnahmsweise dabei sitzen durften, während sie sich austauschten und wir Kinder dabei einschliefen.

Und in solchen Momenten frage ich mich, ob da nicht Raum ist für mehr. Mehr GEMEINSAM in unseren Gottesdiensten, Kleingruppen und Gemeindeleben.

Wie dieses MEHR aussehen kann, weiß ich auch nicht so genau.  Aber ich will erleben, wie Kinder ihre Eltern predigen und anbeten sehen. Wie sie zuhören, wenn ihre Oma erzählt, was sie mit Jesus erlebt hat. Wo es Platz dafür gibt, dass Kinder für Erwachsene beten. Wo sie die gleiche Geschichte hören und sich später beim Kaffee oder unter der Woche davon erzählen können. Wie wäre es, wenn es nicht mehr nur „Kinderlieder“ und „Erwachsenenlieder“ gäbe, sondern gemeinsame Lieder. Manche Kinderlieder bringen mich zum Weinen und deutsche Lobpreislieder meinen Sohn zum Tanzen und mit brüllen. Und wir beide lieben es, wenn wir durch unsere Wohnzimmer tanzen und spielen, wir wären eine Lobpreisband und wir singen für Jesus mit unserer Couch als Bühne.

Ich denke an narrative Predigten, an Schnipselgottesdienste, an gemeinsame Themenreihen und Ideen, die man vom Gottesdienst mit nach Hause nehmen kann. Und an ganz viel Mut und Kreativität, die wir brauchen werden, um das auszuprobieren.

Meine Hoffnung ist, dass wir lernen, voneinander zu lernen. Dass unsere Erwachsenen-Gottesdienste kreativer, bunter und ein bisschen weniger verkopft werden. Dass Eltern befähigt werden, Glauben in der Familie zu leben, statt aus Überforderung die Verantwortung auf die Kinderarbeit der Gemeinde zu schieben. Und vor allem, dass wir als ganze Gemeinde näher zusammenrücken.

Und deshalb will ich mich auf den Weg machen, um zu schauen, ob es da ein kleines bisschen MEHR gibt.

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