WegGespräch: Goldklumpen im Matsch und Kirche zuhause

(Blogpost enthält Links und unbeauftragte Werbung)

Wir waten durch ein kleines Schlammloch namens Corona. Lockdown, Abstand und Einschränkungen quellen in unsere Wanderschuhe. Der Weg ist mühsam und kostet Kraft. Wir vermissen unsere Freunde, den Sport, unsere Gottesdienste mit Frühstück, Singen und Kinderprogramm. Aber mitten im Schlamm, da blitzen kleine Goldklumpen auf und dann gilt es sich in den Matsch stürzen und sie auszubuddeln. Heute gibt es ein kleines Update zu einer meinem WegGespräche Gottesdienst für ALLE.

Unsere Gottesdienste finden momentan nicht wie geplant statt und Zoom-Gottesdienste sind mit Medien-faszinierten Kindern einfach schwierig. Gleichzeitig haben wir im Moment den großen Wunsch, Gottesdienst als Familie zu feiern und uns nicht abwechseln zu müssen. Und wie sehr brauchen wir gerade jetzt Sonntage, die uns Mut für die neue Woche machen!

Und dann auf einmal – mitten im Lockdown-November – finden wir uns wieder im Wohnzimmer unserer Freunde. Wir stehen vor einem großen Bildschirm. Auf Kommando hüpfen wir zur Seite und spielen Luftposaune und tanzen zum Kinderlobpreis mit Mike Müllerbauer.

Die Jungs sitzen fasziniert auf der Couch und bewegen sich anfangs keinen Millimeter. Später wechselt der Kleine aufs Bobycar und es sieht ein bisschen aus, als besuche er ein Mini-Autokino. Der halb gedeckte und voll gebröselte Essenstisch erinnert an das gemeinsame Frühstück und bevor wir heim gehen, backen wir noch Kürbiskuchen und bauen „die beste Sandburg aller Zeiten!“

Wir feiern Kirche Zuhause.  

Es gibt Kinderlobpreis zum Mitmachen, eine Mini-Andacht und eine Wochenaufgabe. Nichts Neues, nichts Weltbewegendes. Aber diese Mini-Gottesdienste haben uns die ganze Woche über begleitet. Abends nach dem Abendessen tanzen wir die Bewegungslieder nach, damit wir das nächste Mal noch besser mitmachen können. Mitten auf dem Schulhof geht mein Großer zu einem anderen Jungen und füllt mit den Worten  „Wow, du kannst aber toll Rollschuh fahren“ die Eismaschine mit guten Dingen (Neugierig was es mit der Eismaschine auf sich hat?). Und ich denke darüber nach, was für einen Käse ich nicht in meinen Kopf rein lassen will.

Wir fühlen uns weiterhin ganz eng mit unserer Gemeinde verbunden und vermissen sie sehr. Das hier ist nur eine Notlösung und nicht für die Dauer gedacht. Aber es gibt ein bisschen Einblick und Sehnsucht danach, dass doch mehr GEMEINSAM möglich ist und wie das aussehen könnte.

Wir sind erst ganz am Anfang, tasten uns langsam voran. Aber wie schön wäre es, als Erwachsene noch über die Kinderandacht ins Gespräch zu kommen. Und dann vielleicht noch zu beten, während die Kinder sich um Duplosteine prügeln und das Kinderzimmer verwüsten. Und wir könnten ab und zu gemeinsam Abendmahl feiern. Ja ich glaube, das fände ich richtig gut.

Kirche zuhause – das ist mein kleiner Goldklumpen – mitten im Corona-Matsch.

Manchmal hätte ich gerne fertige Lösungen und ausgearbeitete Konzepte, aber ich beginne zu ahnen, dass das eben WegGespräche und keine WegLösungen sein werden…

Und für alle, die jetzt richtig Lust bekommen haben auf ein bisschen Kirche zuhause: die dürfen sich schon mal vorfreuen. Denn Sarah von Räuberliebe und ich tüfteln gerade etwas Schönes für die Weihnachtszeit aus.

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