November-Nebeltage

Wie sehr liebe ich die nebeligen Herbsttage! Wenn die Welt vor einem verschwimmt und man keine zwei Schritte weit sehen kann. Wenn man ganz langsam vorwärts gehen muss und man erst im Gehen sieht, wo es hingeht. Wenn sich der Nebelschleier über unsere Straßen legt und man nicht so recht weiß, was an der nächsten Ecke auf einen wartet.

Vor ein paar Monaten sah es so aus, als hätte ich die nächsten Jahre ganz gut durchgeplant. Vieles schien festgelegt und entschieden und ein bisschen habe ich mich gefreut – auf Langeweile und Routine. Und dann kamen Planänderungen, Überraschungen und Lebensnebel.

Manchmal macht mir das Angst. Das Nicht-Sehen und Nicht-Wissen, was morgen ist.

Aber der Herbstnebel erinnert mich daran, dass es auch ziemlich schön sein kann, wenn die Welt um einen herum verschwimmt und man ganz langsam gehen muss. Wenn heute nicht die nächsten Kilometer, sondern nur der eine nächste Schritt wichtig ist. Und wenn man die winzig kleinen Nebeltropfen spürt, die sich anfühlen, als würde man durch eine Wolke gehen.

Als ich dann vor ein paar Tagen im Auto saß und im Dunkel und dichten Nebel fast die richtige Ausfahrt verpasst habe, da gab es etwas, das ich trotzdem meilenweit sehen konnte: die Lichter.

Denn egal wie dunkel oder neblig es ist, sie sind immer gut zu sehen.

Und vielleicht reicht das auch an solchen dunklen und nebligen, an ungewissen und traurigen Tagen. Der eine Schritt, der heute reicht und das Licht, das uns den Weg nach Hause zeigt.

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