Schneeglöckchen, Nachttischlampen und kleine Hoffnungszeichen

Kalt und matschig ist der Winter momentan. Die Erkältungswelle dreht ihre zweite Runde und hat es sich bei uns so richtig gemütlich gemacht. Eigentlich mag ich die kalt nassen Tage. Wenn man eine halbe Stunde durch den Nieselregen stapft und sich sehr heldenhaft fühlt, weil man gefühlt der einzige Mensch ist, der sich raus getraut hat. Ab und zu begegnet man dann doch mal einem einsamen Jogger oder Hundebesitzer und lächelt sich tapfer zu. Und wie schön ist das Gefühl, pitschnass ins warme Wohnzimmer zu kommen mit dem Gefühl, sich einen gemütlichen Nachmittag mehr als verdient zu haben.

Aber dann gibt es noch die anderen Tage. An denen ich so müde bin, dass ich mir nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte und die Erschöpfung spüre, die mir so tief in den Knochen sitzt, dass ich kaum noch weiß, wie ich sie wieder loswerden soll. Tage, an denen ich die Nachrichten kaum aushalte und mir die Welt so dunkel vorkommt. Doch zwischen den trüben Tagen habe ich kleine Hoffnungszeichen gefunden. Kleine Zeichen, die mich immer wieder erinnern. An Gutes und Schönes. Manchmal kommen sie mir bedeutungslos vor, weil sie Kälte und Dunkelheit nicht aufhalten oder vertreiben können. Aber vielleicht macht sie gerade das so besonders. Dass sie mit uns im Dunkeln sitzen und uns gerade hier Hoffnung schenken.

Nachttischlampe

Als ich nach einem langen Abend nach Hause komme, in den dunklen Flur stolpere und eigentlich schon dabei bin, die Handylampe anzuknipsen, merke ich, dass mein Mann die Nachttischlampe in unserem Schlafzimmer angeschaltet hat. Schon an der Türe begrüßt sie mich und leuchtet mir den Weg ins warme Bett. Als ich sie sehe, muss ich an ein kleines Gebet denken, dass ich vor ein paar Jahren geschrieben habe.

Jesus, lässt du heute Nacht das Licht im Flur für mich an?
Im Moment ist alles so furchtbar dunkel.
Nur bis ich einschlafen kann.
Ich brauche eine kleine Erinnerung, dass alles gut wird.
Dass du wach bleibst und auf alles Acht gibst.
Nach Psalm 121: Der dein Beschützer schläft nicht. Er gibt auf dich Acht.

Und während ich unter die dicke Bettdecke schlüpfe, lass ich das Nachtlicht noch eine Weile brennen. Das ist jemand, der auch auf mich Acht gibt. Der Wache hält, damit ich schlafen kann.  So wie ich manchmal bei meinen Kindern sitze, um die bösen Träume zu vertreiben. Vielleicht habe ich zu lange vergessen, dass auch neben meinem Bett jemand sitzt, der über mich wacht.

Schneeglöckchen

Vor ein paar Jahren, als mein (Lebens)winter so unglaublich lange, dunkel und beängstigen war, dass ich es kaum aushalten konnte, hat Gott mir ein kleines Schneeglöckchen geschenkt. in unserem Balkonbalkonbeet hat es mich jeden Morgen daran erinnert: Egal wie kalt und dunkel dieser Winter ist, er wird vergehen.

Seitdem hüpft mein Herz jeden Winter, wenn ich die ersten Schneeglöckchen sehe. Denn es Gottes kleine Erinnerung an mich: Auch wenn die Tage noch kalt und dunkel sind, die Tage des Winters sind gezählt. Frühling und Auferstehung stehen schon in den Startlöchern. Halt nur noch ein wenig durch!

Und weil Jesus wahrscheinlich weiß, dass die Hoffnung mir so oft verloren geht, hat er ein paar Meter von unserem Haus ein ganzes Meer von Schneeglöckchen wachsen lassen.

Ja, ein paar dunkel, kalt nasse Tage liegen noch vor uns. Aber sei gewiss, der Frühling wird kommen!

Wenn dein (Lebens)winter gerade dunkel und die Kraft fast aufgebraucht ist, wünsche ich dir Schneeglöckchen und Nachttischlampen. Kleine Erinnerung daran, dass es bald wieder hell wird.

Ein Gedanke zu: Schneeglöckchen, Nachttischlampen und kleine Hoffnungszeichen

  1. Vielen Dank für diese schönen Bilder, liebe Anne!
    Schneeglöckchen sehe ich zur Zeit auch viele direkt vor der Haustür. Da werde ich immer wieder an Jesus und die Nachttischlampe erinnert werden.

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